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Letzte Aktualisierung:
4. Juli 2017

neu Noch in Arbeit Baustelle Mein Hauswein Baustelleneu

Nach längerer Zeit kam wieder einmal der Wunsch Weinbuchauf, eigenen Wein zu keltern. Vor ca. 40 Jahren war das ein jährliches Ritual. Die Früchte des eigenen Gartens bildeten die Grundlage. In den Anfängen versuchten wir uns an verschiedenen Früchten und deren Mischungen. Zu Beginn der achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten wir dann den Dreh heraus, damit am Ende der langwierigen Prozedur auch etwas Trinkbares entstanden ist. Maximal 14(vierzehn) 10-Liter-Glas-Ballons mussten Platz finden in Küche und Bad, da dort am ehesten die für eine gute und flotte Gärung notwendigen Temperaturen herrschten.
Eine weitere Voraussetzung war ein vergilbtes Büchlein, welches mir meine ehemalige Vermieterrin einer Stundentenunterkunft bei einem späteren Besuch meiner Familie überließ, dessen Inhalt wesentliche wichtige Schritte und Handlungsanweisungen zur Hausweinnbereitung enthielt.
Als ich nun wieder Hauswein herstellen wollte, fand ich dieses Büchlein zuerst nicht mehr und begann im Internet nach Rezepten und Anleitungen zu suchen. Glücklicherweise fand sich das besagte Büchlein wieder ein ("Das Haus verliert nix!"), denn die im Internet aufgefundenen Informationen waren teilweise widersprüchlich und zu sehr "chemiebehaftet".




Da die in dem vergilbten Büchlein, etwa aus den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, beschriebene Vorgehensweise sicher zum Erfolg führt, möchte ich diese hier beschreiben:

Als erster Schritt ist es erforderlich, die Weinhefe zu vermehren und an die verwendete Frucht anzupassen. Dazu füllt man ca. 1/4 Liter frisch gepressten Saft in ein Gefäß, gibt einen Eßlöffel Zucker, die Hefe und eine Messerspitze Hefenährsalz hinzu, verschließt das Gefäß mittels einem Wattebausch und stellt es 24 Stunden warm.

Es werden 2 Methoden vorgestellt.
Methode 1 setzt die Verwendung von bereits vorhandenem Fruchtsaft voraus.

GGärballon

Die zweite Metohode beschreibt die Saftgewinnung mittels einmaischen. Da die zweite Methode für mich die direkte und auch besser auf Sauberkeit bedachte Verarbeitung der Früchte beinhaltet, habe ich diese bisher bevorzugt, während die Kelterung aus Fruchtsaft bei mir weniger Interesse fand, da unterschiedliche Methoden der Saftgewinnung und die dafür verwendeten Geräte und Behälter das Bukett der Früchte beinflussen können.

Bei der Methode 2 über die Maische ergibt sich folgender Ablauf:
Nach der Vermehrung der Weinhefe werden am nächsten Tag die Früchte gewaschen, zerkleinert mit 2/3 der vorgeschriebenen Wassermenge zusammen mit dem ersten Drittel der Zuckermenge und eventuell empfohlenen Zutaten in ein Gefäß gegeben und mit einem Tuch abgedeckt. Die Zutaten Zitronensäure und Antigel sind jeweils bei den Rezepten angegeben. Bei 10 Liter Ansatz reicht meistens ein 10 Litereimer nicht aus, da während der bereits einsetzenden Gärung eine Fruchtkuchenschicht nach oben getrieben wird. Das Gefäß sollte 24 Stunden bei mindestens 20 Grad stehen bleiben. Am darauf folgenden Tag wird mittels einem Presssack der Saft gewonnen, wobei ich anschließend mittels einem Seihtuch noch vorhandene feste Bestandteile ausfiltere.
Der so gewonnen Saft wird zusammen mit dem zweiten Drittel der vorgeschriebenen Zuckermenge in den Gärballon gefüllt. Es sollte der Ballon nur etwa 3/4 gefüllt sein, da die einsetzende stürmische Gärung Platz benötigt. Verschlossen wird der Ballon mittels einem Gärschaumfänger(bei leichteren Weinlingen) oder Trichter, welche mit Abdichtknetmasse auf der Ballonöffnung angebracht werden. Der von mir verwendetet Trichter wird mit einem Tuch bedeckt, das ich mit Schnur fliegendicht verschließe.
Am folgenden Tag wird das letzte Drittel des Zuckers zugegeben.
Die stürmische Gärung, verbunden mit einer kräftigen Schaumbildung dauert ca. 5 bis 8 Tage.
Die während der Gärung entshehenden Gase verdrängen den Luftsauerstoff, der die Ursache vieler Weinkrankheiten sein kann. Deshalb ist der Gärballon immer gefüllt zu halten. Faustregel: eine Daumenbreite vom Ballonhals entfernt. Somit ist bei nachlassender stürmischer Gärung mit abgekochtem Wasser oder bereits vorhandenem Wein bis zu diesem Füllstand aufzufüllen. Den Verschluß des Geärballons bildet ein Gäröhrchen, in das Wasser gefüllt wird und oben mit einem Wattabausch der Eintritt von Obstfliegen verhindert wird. Für eine komplette Gärung rechnet man bei schweren Getränken 8 - 12 Wochen.
Etwa nach 6 Wochen zieht man das erste Mal mit einem Schlauch vom Bodensatz ab.
Bei zu langem Stehen des Weinlings auf dem Bodensatz könnte das Getränk durch die zu Boden sinkenden Hefezellen und Fruchtbestandteile im Geschmack verfälscht werden. Das Abziehen vom Bodensatz wird bis zur vollkommenen Klärung wiederholt.
Für mich ist der Wein fertig, wenn die Gärung bendet ist, also so gut wie keine Gasbläschen mehr aufsteigen und eine Kerzenflamme auf der Gegenseite des Ballons gehalten, vollkommen klar (ohne "Hof") erscheint.

In der weiteren Bearbeitung dieser Seite folgen noch u.a.
- Besonders geeignete Früchte und deren Mischungen
- Alte Rezepte
- Das Abziehen auf Flaschen und die Abschlußbehandlung

 



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